Diskussionen um das Lohnabstandsgebot und mögliche negative Arbeitsanreize staatlicher Grundsicherungssysteme stehen immer wieder auf der politischen Agenda. Die Debatte findet in vermintem Gelände statt. Jene, die Frage zum Lohnabstand thematisieren, sind immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, sie wollten Beschäftigte im Niedriglohnsektor gegen Arme „ausspielen“ oder hätten ein problematisches Menschenbild. Jedoch steht jedes Grundsicherungssystem vor der Aufgabe, einen ausreichenden Abstand zu wahren. Dabei muss man langzeitarbeitslosen Menschen nicht Arbeitsverweigerung unterstellen. Unabhängig davon, wie stark materielle Anreize bei der Entscheidung zur Arbeitsaufnahme wirken, es stellen sich Fragen der Fairness. Einen Versuch, Eckpunkte für eine produktive Debatte zu skizzieren, habe ich in einem Beitrag auf dem Sozialpolitikblog des Deutschen Instituts für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS) unternommen.